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Aktuelles

„ABC Kinder unterwegs- Komm mit uns ins Buchstabenland“

Literacy Erfahrungen in der Vorschulerziehung

des Familienzentrums Sankt Josef in Menden

„10,9,8,7,6… ABC- Kinder“ war der Startruf, wenn es wieder zum Projekt für die Schulanfänger im Familienzentrum Sankt Josef Lendringsen ging. Im Rahmen der Gelsenwasserstiftung „Bildung von Klein auf“ wurde der Einrichtung dafür 500 Euro zur Verfügung gestellt. Einmal in der Woche beschäftigten sich die 18 Kinder mit der Welt der Buchstaben und erlebten sie auf ganzheitliche Weise. Der Schule sollte dabei nicht vorgegriffen und „gelernt“, sondern eher die intrinsische Motivation der Kinder genutzt werden, die sich kurz vor dem Schulanfang aufbaute. Das Lesenlernen gehört zweifellos in die Schule, deshalb ging es hier um ganzheitliche Vorbereitungen.

Sprach-, Lese-, und Schreibkompetenz ist eine wichtigste Grundlage beim Erfolg in der Schule und in der gesamten Bildungslaufbahn. Die erste Begegnung mit Buchstaben und Schrift bildet die Grundlage für bleibende Erinnerung und das spätere Lernverhalten. Deshalb ist es wichtig den Kindern schon im Vorschulalter einen altersgemäßen Zugang zu dieser Welt zu verschaffen. Die emotionale Einstellung beim Lernen ist dabei nicht unerheblich, denn „alles was Freude macht, unterstützt das Gedächtnis“, das wusste schon der Pädagoge Jan Amos Comenius vor 400 Jahren. Im Vordergrund steht Freude und Spaß am Thema zu vermitteln und Kinder zu ermutigen, zu unterstützen und neugierig zu machen. Den großen Vorteil, den Kindergartenkinder haben, sind die „Freiheiten zum Ausprobieren, im Spiel Lese- und Schreibaktivitäten zu erproben und zu verfeinern.“ (Tenta, H. 2007, S.7)

Symbole, Zeichen, Buchstaben gehören zum Lebensumfeld der Kinder. Sie suchen nach deren Sinn, fragen nach und möchten mehr darüber wissen. Kinder erleben bei alltäglichen Gelegenheiten, wie Sprache zu Schrift wird: Einkaufszettel, Bücher, Briefe, Handynachrichten, Schrift auf Kleidungsstücken etc. Da ist es nicht verwunderlich, dass sie sich intensiv für das Thema interessieren. Anfangs können sie möglicherweise schon ihren Namen schreiben und sind sehr stolz darauf.

In diesem Projekt starteten die Kinder damit, bei einem Ausflug durch die Stadt Buchstaben „zu suchen“. Überall welche zu finden faszinierte sie und sie entdeckten immer mehr.

In der nächsten Einheit sammelten wir Buchstaben aus unterschiedlichen Medien und betrachten deren Aussehen, gestalteten Collagen und Bilder, malten den Namen groß und bunt… Weiter ging es mit Bewegungseinheiten… wie kann ich einen Buchstaben aus einem Seil o.ä. Materialen legen, mit Klebeband aufkleben, auf den Boden malen… dann wurde darüber balanciert, gehüpft usw. Aus dem eigenen Körper die Form der Buchstaben zu formen oder mehrere Kinder so anzuordnen, dass sich daraus ein Buchstabe ergab war eine weitere Herausforderung.

Außerdem backten wir mit den Kindern, formten aus Teig den Namen, legten den Namen aus Russisch Brot oder Salzgebäck und aßen es natürlich auf.

So gestalteten sich die einzelnen Aktionen rund um den ganzen Körper, um ganzheitliche Erfahrungen zu bieten und alle Sinneskanäle anzusprechen.

Der Abschluss des Projektes war die Einrichtung einer „Schreibwerkstatt“. Hier konnten die Kinder selbständig mit verschiedenen Materialen wie Tafeln, Holzbuchstaben, Sandwanne, Magnete, Malbilder, Schreibmaschine, o.ä. experimentieren.

Wichtig beim ganzen Projekt war auch die richtige Aussprache nach der Anlauttabelle, damit die Kinder sich schon einmal daran gewöhnen. Dies ist förderlich beim zukünftigen Schrifterwerb in der Schule. Dies erfolgte in Absprache mit den Grundschulen.

Zurückblickend hat das Projekt den Kindern sehr viel Spaß bereitet und sie waren immer hoch motiviert bei der Sache. Sie hatten viele eigene Ideen, welche die Durchführung der Einheiten sehr bereicherten. Die zum Abschluss eingerichtete Schreibwerkstatt, die alle Kinder während des Freispiels benutzen konnten, erfreute sich großer Beliebtheit.

 

Stefanie Scholz

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